Heye gewinnt den Preis bereits zum dritten Mal in Folge

    Schmierprozess "on the fly" - ohne Produktionsverluste

    Zur Justierung und Kalibrierung ist eine sog. Nullstation neben der eigentlichen IS-Maschine vorhanden. Dort kann der Roboter ohne Störung des Produktionsprozesses gewartet und neu eingestellt werden

    Industrie 4.0 Konzepte in der modernen Glashütte

    23.05.2019

    Heye gewinnt Innovationspreis mit Schmierroboter

    Der Innovationsgrad ist am internationalen Markt deutlich wahrgenommen worden.

    Der Heye Schmierroboter ist ein Meilenstein in der Automatisierung und somit bei der Innovation in der Glashütte. Durch die über 50jährige Expertise der Firma Heye International mit seinen Glasexperten konnte diese Applikation für die industrielle Containerglasherstel-lung ins Leben gerufen werden.

     

    Heye International freut sich, bei dem vom Landkreis Schaumburg ausgelobten Preis den dritten Platz belegt zu haben. Es ist bereits das dritte Mal in Folge, dass Heye diesen Preis entgegen nehmen darf. Am 21. Mai wurde der Preis von offiziellen Vertretern bei einer Ehrung in der Wandelhalle in Bad Nenndorf überreicht.

     

    Der herkömmliche Schmiervorgang

     

    Bei der manuellen Schmierung durch den Maschinenbediener und herkömmlichen Roboterkonzepten muss je Schmiervorgang die jeweilige Station gestoppt werden. Der Maschinenbediener schmiert dann manuell mit Hilfe eines Quasts die Formen. In der Regel fallen damit zwei Produktionszyklen weg und es werden nicht alle Stellen der Form an der richtigen Position und mit der richtigen und gleichen Menge geschmiert. Zusätzlich muss sich der Maschinenbediener in die unmittelbare Nähe der laufenden Stationen und damit in eine potentielle Gefahr begeben, sowie andere Arbeiten ruhen lassen. In der Regel muss ein Schmiervorgang alle 20-30 Minuten erfolgen.

     

    Wirtschaftliche Auswirkung und Einsatz

     

    In den meisten Fällen schmiert der neue Roboter die Formen an den einzelnen Stationen „on the fly“, also im laufenden Betrieb. Der Glastropfen kann ununterbrochen geladen werden; das erhöht die Produktivität um bis zu 3% und damit die Wirtschaftlichkeit der Maschine erheblich. Zudem verfügt der Roboter über einen neuartigen Sprühkopf, der das Schmiermittel zeitgenau in der erforderlichen Menge exakt dahin bringt, wo es gebraucht wird. Der Roboter kann den Schmierstoff viel genauer dosieren als ein Maschinenführer. Das senkt die Betriebskosten und schont die Umwelt. Auswertungen haben gezeigt, dass der Roboter bis zu 75% weniger Schmiermittel verbraucht als ein Maschinenführer beim manuellen Schmiervorgang. Die gleichmäßige und reproduzierbare Schmiermenge und Auftragsdicke sowie die festgelegten Schmierbereiche gewährleisten einen gleichmäßigen und wiederholbaren Produktionsablauf. Dem Maschinenbediener bleibt mehr Zeit, sich der Produktionsoptimierung in anderen Bereichen zu widmen. In den ersten Jahren der kommerziellen Nutzung wurden weniger kritische Fehler und eine längere Formenlebensdauer verbucht. Der Return on Investment (ROI) liegt ja nach Produktion bei ein bis maximal zwei Jahren.

     

    Auf dem Weg zur automatisierten IS-Maschine

     

    Nur durch den Einsatz eines Schmierroboters ist es aktuell und zukünftig möglich, verschiedene Regelkreise (Closed Loops) und damit verbundene Automatisierungsroutinen an der Maschine im Rahmen eines Industrie 4.0 Konzeptes zu realisieren. Durch die gleichbleibende Qualität der Schmierung können sowohl Temperaturen der Formen und des Glases konstant und damit die Produktqualität auf kontinuierliche hohem Niveau gehalten werden.